Arbeitswelt

Wo die Zukunft der Arbeit Gestalt annimmt

10.4.2024
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Story

2021 haben wir uns entschlossen, unseren Freiburger Campus zu erweitern und noch mehr Raum für Austausch, Kreativität und Kollaboration zu schaffen. Inzwischen ist unser Neubau fertig und füllt sich langsam mit Leben. Im neuen Gebäude 6 steckt unsere ganz persönliche Vorstellung von Zusammenarbeit und Arbeitswelten der Zukunft – und die Details machen den großen Unterschied.

Die Fahrstuhltüren öffnen sich mit einem leisen „Ding“ und geben den Blick frei auf ein weißes Treppenhaus. Die Schritte hallen auf dem Boden. Es riecht noch immer nach frischer Farbe und Fugenmittel und die Klinke der Tür ist noch mit Papier umwickelt. Lena Schmidt drückt sie herunter und betritt eine leere Fläche. Grauer Teppichboden, weiße Wände, durch die Fenster am gegenüberliegenden Ende des Raumes kann man den Verkehr der Kreuzung Munzinger Straße und Bötzinger Straße vorbeiziehen sehen. Leise brummt eine Bohrmaschine irgendwo im Gebäude.

Lena Schmidt

Lena ist New Work Development Managerin der Haufe Group. Im Bereich Human Resources & Organizational Development angesiedelt, setzt sie sich tagtäglich damit auseinander, wie die Haufe Group als Organisation ihre Arbeitskultur und ganz konkret ihre Zusammenarbeit auf den Flächen an allen Standorten gestaltet und neu denkt. Vor ihr liegen jetzt 1.800 Quadratmeter. 1.800 Quadratmeter, auf denen innerhalb der nächsten Wochen ein Mosaik aus einzelnen Arbeitsbereichen entstehen wird, bis ins letzte Detail und auf die Bedürfnisse der Teams abgestimmt, die hier einziehen sollen. Hier, das ist die erste Etage des Gebäude 6 auf dem Haufe Group-Campus – unser vor ein paar Monaten fertiggestellter Neubau.

Unsere Zukunft ist hybrid

Von außen wirkt Gebäude 6 wie ein ganz normaler Bürokomplex. Keine unregelmäßigen Winkel, kein Spiel mit Formen oder Farben. Stattdessen eine weiße Fassade mit großen Fenstern, schlicht, aber zeitlos. Das passt nicht nur besser zu uns. Unser Neubau ist in dieser Form auch maximal in die Zukunft gedacht und für alle Eventualitäten gebaut, erklärt Lena, die sich schon seit dem Studium mit ganzheitlich gedachten Raumkonzepten für Unternehmen auseinandersetzt. 2021, blickt sie zurück, begannen die Bauarbeiten.

Das Ziel: Mit insgesamt mehr als 11.000 Quadratmetern nicht nur Platz schaffen für circa 450 Arbeitsplätze. Sondern auch ein Gebäude gestalten, das besonders nachhaltig ist und Austausch, Kreativität und kollaboratives Arbeiten ermöglicht. Diese Vorstellung von Zusammenarbeit entstand nicht trotz, sondern gerade wegen der Pandemie. Denn unsere Mitarbeitenden-Umfragen während der Pandemiejahre hatten klar gezeigt: Wir wollen und werden kein Remote-Only-Unternehmen sein. Aber zurück zur Büropflicht, das konnte sich auch niemand vorstellen. Stattdessen wollten die meisten die Freiheit haben, zwischen beiden Möglichkeiten individuell zu entscheiden. Also hatte Birte Hackenjos, CEO der Haufe Group, die Idee, das genauso umzusetzen: indem wir hybrid arbeiten, aber unseren Teams zusammen mit ihrer Führungskraft die Entscheidung überlassen, ob sie vermehrt digital oder im Büro zusammenkommen.

Ein Aufwand, der sich lohnt

So entstand unser hybrides Arbeitsmodell – und damit der Start unseres Projekts HG.Hybrid, das Lena inzwischen leitet. „Wir haben mit diesem Projekt in den letzten Jahren sämtliche Campusgebäude auf den Prüfstand gestellt“, so Lena. Zusammen mit den Teams wurden einzelne Arbeitsmodi erarbeitet, Bedarfe für zukunftsgerichtete Zusammenarbeit ermittelt und diese Ergebnisse in möglichst flexible Flächenkonzepte übertragen. Ein intensiver und komplexer Prozess, der nach wie vor andauert, denn die Bereiche der Haufe Group haben sehr unterschiedliche Arbeitsweisen und Anforderungen. „Aber der Aufwand lohnt sich absolut“, findet Lena.

Denn der Anspruch war von Anfang an klar: Wir wollen Flächen schaffen, die passgenau und am Bedarf unserer Teams ausgerichtet sind. „HG.Hybrid wird uns noch ein paar Jahre beschäftigen, aber mit dem Neubau haben wir den ersten großen Schritt gemacht“, so Lena. „Hier sollen vor allem Teams sitzen, die entweder noch keine gemeinsame Fläche haben oder schon jetzt besonders flexibel und hybrid arbeiten. Denn das Gebäude ist maximal auf kollaboratives, gemeinschaftliches Arbeiten ausgelegt.“

Die Details machen den Unterschied

Tim Fischer

Was das genau heißt, versteht man, wenn man sich von Tim Fischer die kleinen baulichen Feinheiten erklären lässt. Tim ist Leiter unseres Bereichs Facility Management & Services und damit auch für das Gebäudemanagement verantwortlich. Er steht ein paar Tage später ebenfalls auf dem grauen Teppichboden der ersten Etage, zwischen Glasfronten und schwarzen Leisten, und zeigt zur Decke. „Wir haben hier eine Decke mit einem Raster von 1,20 Meter geschaffen. Das bedeutet, dass wir enorm flexibel in der Ausgestaltung von Räumen sind, weil wir alle 1,20 Meter Wände hochziehen können“, erklärt er, während neben ihm gerade besagte Trennwände installiert werden.

Die Liste geht weiter: viele Glasfronten, um Tageslicht zu transportieren und eine offen wirkende Fläche zu schaffen. Zahlreiche Bodentanks mit Steckdosen und Anschlüssen, damit Tische in jeder Art und Weise im Raum verteilt werden können. Ein Belüftungssystem kombiniert mit zu öffnenden Fenstern, damit jeder Raum individuell belüftet werden kann. Hochwertige Materialien, die flexibel in neuer Konstellation wieder genutzt werden können. Und ein besonders breit angelegtes Gebäude mit Lift und Treppenhaus an den Außenflächen statt in der Mitte. „Damit haben wir eine enorm große zusammenhängende Innenfläche, die wir lückenfrei gestalten können“, sagt Tim.

Auf der ersten Etage werden gerade die Trennwände installiert.

Tim hat vor seinem Start in der Haufe Group im Retail Design und in der Büromöbel-Branche gearbeitet und weiß, dass sich Anforderungen an Flächen alle fünf Jahre verändern. Gleichzeitig muss so ein Bürogebäude wesentlich länger halten. „Deshalb haben wir bei jedem Detail darauf geachtet, dass wir unsere Flächen immer und immer wieder maximal flexibel umgestalten können, auch im Sinne der Nachhaltigkeit.“

Vier Zonen unterteilen unsere Flächen

Mit dem Fahrstuhl geht es hoch in die fünfte Etage. Hier, auf der Fläche von Human Resources & Organizational Development, ist schon sichtbar, wie eine solche Innenfläche ausgestaltet werden kann. Jede Trennwand und jedes Möbelstück stehen hier aus einem ganz bestimmten Grund. Denn sie unterteilen die Arbeitsfläche nicht in Einzelbüros, sondern in vier verschiedene Zonen: Communication, Concentration, Collaboration und Calm.

Auch diese Zonen entstanden aus den Workshops und Bedarfsabfragen im Projekt HG.Hybrid. Und auch hier machen die kleinen Details den Unterschied, sagt Tim, und führt über die Fläche. In einem der Besprechungsräume – Zone Communication – setzt er sich auf einen der gepolsterten Stühle, die rund um den großen Tisch in der Mitte stehen, blickt auf den verbauten Monitor mit Kamera an der Wand, deutet auf die Besprechungstechnik auf dem Tisch. Am durch Möbel und Trennwand leicht abgeschirmten Bereich – Zone Concentration – geht er vorbei an Mitarbeitenden, die bei einem gemäßigten Geräuschpegel konzentriert an einzelnen Schreibtischen arbeiten.

In Räumen der Zone Collaboration ist alles auf maximale Flexibilität ausgerichtet, z.B. für Workshops.

Im Workshop-Raum – Zone Collaboration – klappt er Tische zusammen und schiebt sie an die Wand, bewegt Monitor und Kamera, deutet auf die verschiebbare Pinnwand, an denen bunte Zettel fixiert sind und stapelt Stühle aufeinander. „In diesem Raum ist alles darauf ausgelegt, dass man nie länger als 30 Minuten an einem Fleck bleibt.“

Ganz anders sieht hingegen der kleine Raum aus, der sich der Zone Calm zuordnen lässt: „Hier gibt uns eine loungige Atmosphäre mit Sofas, Sesseln, Poufs oder Sitzhockern das Gefühl, aus dem formelleren Büroalltag rauszukommen. Wie man das nutzt, ist jedem selbst überlassen. Der eine möchte hier durchatmen, die nächste kann hier besonders kreativ sein und auch Mitarbeitergespräche können in so einem Raum stattfinden“, sagt Tim.

Räume der Calm-Zone sind Rückzugsorte mit loungiger Atmosphäre.

Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen wie das Café auf der sechsten Etage und zwei Terrassen, die für alle Mitarbeitenden auf dem Freiburger Campus Begegnungsflächen schaffen.

New Work bedeutet stetiger Wandel

Zurück zu Lena und zurück auf die unbebaute Fläche auf Etage eins: Lena läuft durch den Raum, erklärt, welche Bedürfnisse das Team hat, das hier einziehen soll, wie individuelle Anforderungen gelöst wurden und wo und wie oft welche der vier Zonen vorkommt – wie also eine solche Etage Stück für Stück gestaltet wird. Und wieso das finale Konzept nicht wie der Erstvorschlag des Bereichs aussah. „Den meisten Menschen fällt es auf Anhieb schwer, direkt benennen zu können, was ihren Arbeitsalltag und eine gut funktionierende Zusammenarbeit ausmacht. Das ist ganz normal”, sagt sie. Der gemeinsame Austausch stieß meist einen ersten Reflexionsprozess an, den ihr Projektteam dann begleitete. „Dadurch brauchen wir deutlich länger, aber das ist ein wichtiger Schritt, der uns letztendlich zu einem besseren Gesamtergebnis führt.“

Unser Neubau steht für unsere Vorstellung von Neuem Arbeiten. „Aber“, so Lena, „New Work ist kein angestrebter Zustand, den wir irgendwann erreichen und uns dann zurücklehnen. Sondern ein stetiger Wandel – und das wiederum können wir in der Haufe Group ja ziemlich gut“, fasst sie zusammen und lächelt.

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