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“Wenn man Mitarbeitende befähigt, wird das ganze Unternehmen schlauer.”

Arbeitswelt der ZukunftStory

Eine kooperative und kokreative Welt erfordert eine neue Art von Führung. Diese bewegt sich zwischen Kreativität, Orientierung und Sicherheit. Wie es gelingt, Mitarbeiter:innen zu befähigen, davon handelt der nachfolgende Artikel.

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Hybride Arbeitsformen, interdisziplinäre Teams, grenzüberschreitender Austausch: In der digitalen Transformation erleben Organisationen wilde Zeiten. Viele Unternehmen werden sich verändern, genauso wie die Zusammenarbeit ihrer Beschäftigten. Diese brauchen einen neuen Rahmen, in dem sie sich bewegen und wirksam werden können. Gefragt sind vor allem Führungskräfte, die vor einer neuen Schlüsselaufgabe stehen.


Social Collaboration Tools wie Slack oder Trello eröffnen Menschen neue Formen der Zusammenarbeit. Sie vernetzen sich über team- und Abteilungsgrenzen hinweg. Viele Unternehmen setzen auf interdisziplinäre Projektteams, in denen Menschen aus dem Produktmanagement, aus Entwicklung, Marketing und Sales und weiteren Einheiten gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. In dieser neuen Arbeitswelt muss sich niemand verstecken, jede:r bringt eigene Qualitäten mit an den Tisch. Kooperation und Kokreation lautet das Motto, und das heißt vor allem Austausch und Wertschätzung.


Charaktere und Expertenwissen


Spezialist:innen aus Marketing und UX diskutieren, wie sie die Leadgenerierung auf einer Website verbessern. Softwareentwickler:innen tüfteln zusammen mit Redakteur:innen an maßgeschneiderten Produktlösungen für ihre Nutzer:innen. Die Zeiten, in denen Einzelne den Überblick hatten und wussten, was zu tun ist und wie, sind vorbei. Wer kluge Lösungen für die veränderten Märkte und Kundenbedürfnisse sucht, bringt bereits im Entwicklungsprozess verschiedene Charaktere und unterschiedliches Expertenwissen zusammen, auch aus unterschiedlichen Hierarchieebenen. Für erfolgreiche Arbeit benötigen Mitarbeitende nicht mehr als ein Ziel, die richtigen Arbeitsmittel – und Freiraum.


Führung hat die Aufgabe, den Rahmen zu schaffen, in dem die Menschen sich bewegen und wirksam werden können.


Führung hat die Aufgabe, den Rahmen zu schaffen, in dem die Menschen sich bewegen und wirksam werden können. „Es geht darum, seine Mitarbeitenden immer weiter befähigen zu wollen, denn Führung benötigt ein komplettes Team, um die gesamte Komplexität zu überschauen”, sagt Petra Wille, Product Leadership Coach, im Podcast ErfolgsgeDANKE. “Wenn die Führungskraft die schlauste Person im Unternehmen ist, dann ist das Unternehmen zwangsläufig nicht klüger als diese Person. Wenn man Mitarbeitende befähigt, wird das gesamte Unternehmen automatisch schlauer.“ Organisationen brauchen einen Nährboden, auf dem individuelle Wirksamkeit und kollektive Intelligenz gedeihen können.


Individuelle Freiheit und das große Ganze


Führungskräfte können (und müssen) diese Potenziale der Menschen für Innovation und Unternehmenserfolg aktivieren. Freiraum für Kreativität ist dabei das Eine, Orientierung zu geben das Andere. Und Sicherheit. Den Rahmen bilden dabei immer die strategischen Unternehmensziele, die sich als Bereichs- und Teamziele konkretisieren. Damit bei aller individuellen Freiheit und bei allem Engagement das große Ganze nicht aus dem Blick gerät.


Anstatt anzuordnen, zu genehmigen und zu kontrollieren, legen Führungskräfte den Schwerpunkt darauf, zu unterstützen, zu begleiten und zu helfen, wenn es nötig ist.


Führungskräfte vermitteln den Mitarbeitenden die Unternehmensvision, das Warum und Wozu der Ziele. Vor allem aber verdeutlichen sie den Menschen, wie jeder einzelne von ihnen mit seinen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit einen wichtigen Beitrag leisten können. Anstatt anzuordnen, zu genehmigen und zu kontrollieren, legen Führungskräfte den Schwerpunkt darauf, zu unterstützen, zu begleiten und zu helfen, wenn es nötig ist.


Eine Vollmacht zum Handeln


Ob sie den Spielraum für Entscheidungen in Projekten und im Umgang mit Kunden erweitern, den Wissensaustausch und eine offene Kommunikation fördern oder tägliches Lernen ermöglichen: Führungskräfte erteilen den Mitarbeitenden eine Vollmacht zum Handeln. Befähigung wird zur neuen Schlüsselaufgabe von Führungskräften.


Organisationen hinterfragen ihren Führungsstil und Hierarchien grundlegend, indem sie Menschen befähigen und Strukturen demokratisieren.


In Zukunft werden immer mehr Beschäftigte zu Unternehmer:innen des eigenen Unternehmens, die autonom entscheiden, selbstwirksam werden, eigene Kompetenzen steigern und mit einer eigenen Motivation an die Arbeit gehen. Organisationen hinterfragen ihren Führungsstil und Hierarchien grundlegend, indem sie Menschen befähigen und Strukturen demokratisieren. Bleibt kein Stein auf dem anderen, führt das oft zu internen Konflikten. Was also haben Unternehmen von diesem Wandel? Zur Belohnung fördern sie die Entscheidungsgeschwindigkeit, Innovationskraft und Produktivität ihrer Teams. Und erhöhen damit auf lange Sicht die Durchschlagskraft und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Organisation.

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