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Die Arbeitswelt von morgen: lasst die Teams entscheiden

Arbeitswelt der ZukunftStory

hier sollte noch was stehen?

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Vor 18 Monaten haben wir gemeinsam ein Experiment begonnen. Ungeplant und wortwörtlich über Nacht wurden aus Unternehmen, in denen neun von zehn Mitarbeitende jeden Tag gemeinsam im Büro zusammenarbeiteten, Unternehmen, in denen neun von zehn Mitarbeitende mobil arbeiteten. Von einem Tag auf den anderen haben wir gelernte Routinen hinter uns gelassen und uns auf etwas völlig Neues eingelassen. Die Pandemie ließ uns keine Wahl.

Selten hat es in den zurückliegenden Jahrzehnten eine vergleichbar abrupte Veränderung gegeben. Auch wenn wir in der Haufe Group Mobilarbeit schon lange vor der Pandemie als Bestandteil unserer Zusammenarbeit etabliert hatten, entstand aus der Lage, plötzlich nicht mehr die freie Möglichkeit, sondern die zwingende Notwendigkeit zu Mobilarbeit zu haben eine völlig neue Situation. Natürlich waren da Fragen, denen wir uns auch in der Haufe Group stellen mussten: Was macht das mit uns als Unternehmen, wenn die allermeisten Kollegen und Kolleginnen verteilt arbeiten? Wenn der persönliche, spontane, zufällige Austausch fehlt? Halten die Teams zusammen, bleiben alle an Bord? Gelingt eine teamübergreifende Zusammenarbeit auch über Videokonferenzen und Kollaborations-Tools?

Eineinhalb Jahre später kann ich sagen: Es ist gut gegangen. Es ist sogar sehr gut gegangen. Eine Umfrage unter unseren Mitarbeitenden im Sommer dieses Jahres hat gezeigt, dass niemand sich allein gelassen fühlt. Dass die Teams sogar noch enger zusammengewachsen sind. Ganz besonders deutlich wurde auch, dass niemand zurück möchte zu einer „Präsenz only“-Arbeitsweise, sondern dass wir alle auch in Zukunft die Arbeit im Büro, den Dialog mit Kollegen und Kolleginnen, gemeinsame Mittagessen im Betriebsrestaurant kombinieren möchten mit einem hohen Maß an Flexibilität und mobilen Arbeitsmöglichkeiten. 

Die vergangenen Monate waren der endgültige Übergang vom Hergebrachten in eine neue Arbeitswelt. Antworten auf die Fragen des ersten Corona-Frühjahrs sind entstanden. Neben Naheliegendem, Rituale aus dem Analogen ins Digitale zu übertragen, beispielsweise virtuelle Teamevents, sind es aber auch Tugenden, die in den letzten Jahren vermeintlich etwas an Bedeutung verloren hatten: pünktlich zu Meetings zu erscheinen, die Kolleginnen und Kollegen ausreden lassen oder anderen nicht ins Wort zu fallen – um nur einige zu nennen. Meine Prognose ist: es wird auch künftig kein Nachteil sein, sich auch bei der persönlichen Begegnung im Büro daran zu erinnern.

Für uns ist klar: Ein Zurück kann und wird es nicht geben, denn die „gewohnten Gehhilfen wie festgelegte Arbeitszeiten, Präsenz im Büro, Arbeitszeiterfassung“ helfen in der Welt der Wissensgesellschaft nicht mehr. Mehr denn je geht es für viele Beschäftigte in Zukunft darum, Lösungen für Herausforderungen zu finden, weniger darum, Routinearbeiten zu erledigen. Und für das Nachdenken, für das Entwickeln und Ausprobieren braucht es weder Dauerpräsenz noch Kontrolle, sondern neben Disziplin und Verantwortung für das eigene Handeln eine gute Absprache in den Teams, mit den Kolleginnen und Kollegen. Das alles geht nur, wenn klar ist, was die Ziele sind, welche Ergebnisse erreicht werden sollen und in welchem Rahmen sich das Team, das Unternehmen bewegt.

Wir haben uns bei der Haufe Group Gedanken gemacht, wie wir auf diesen Erfahrungen aufbauen und modernes Arbeiten künftig gestalten. Eine Gruppe von Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen hat auf Basis der Umfrageergebnisse ein für uns passendes Modell entwickelt. Es ist ganz einfach: Jedes Team entscheidet selbst, wie und wo es in Zukunft (zusammen)arbeitet. Die Teams wissen am besten, was sie brauchen, um ihre Aufgaben bestmöglich zu erledigen Dafür brauchen wir keine Quote, keine Vorgaben, keine Reglementierungen.

Für uns alle ist das ein großer Schritt. Aber wir vertrauen einander und trauen uns zu, dass wir mit der neuen Flexibilität verantwortlich und im Sinne des Unternehmens, für unsere Kunden umgehen. Und für eine lernende Organisation, die wir in der Haufe Group seit vielen Jahren sind, bedeutet das auch: ausprobieren und nach ein paar Monaten gemeinsam draufzuschauen, was sich bewährt hat und was vielleicht nochmal verändert werden muss. So werden wir schlussendlich nicht nur eine Krisensituation gemeistert haben, sondern aus ihr gestärkt hervorgehen.

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