|

Digitalisierung fordert Unternehmen auf vielfältige Weise heraus

DigitalisierungStory

Survival of the digitally fittest: Das Rennen um die Zukunft ist mit der Corona-Pandemie noch dramatischer geworden. Zwar wissen wir schon lange, dass an der Digitalisierung kein Weg vorbeiführt. Mit dem Wandel stehen wir aber vor zahlreichen neuen Herausforderungen und verstehen: Wir schaffen das alles nur gemeinsam. Und zudem kommt es auf jede:n Einzelne:n an.

0
Minuten Lesezeit

Bei den Koalitionsgesprächen zwischen SPD, Grünen und FDP hat es neben dem Klimaschutz auch ein weiteres Thema auf die Agenda geschafft: Digitalisierung. Wie die künftige Bundesregierung diese voranbringen wird, welche Strukturen sie schaffen wird und ob sie damit erfolgreich sein wird, ist unklar. Ob es schließlich auf ein Digitalisierungsministerium oder eine Inhouse-Agentur hinausläuft, die einem Ministerium zugeordnet wird: In jedem Fall machen die betreffenden Parteien deutlich, dass sie der Digitalisierung mehr Aufmerksamkeit widmen. Auch unter Unternehmen arbeiten manche schon seit Jahren an diesem Wandel, während andere die Digitalisierung bislang nur zögerlich oder einseitig umsetzen.

Digitalisierung als Game Changer

In ihrem Unternehmen werde die Digitalisierung nach Corona an Intensität zunehmen: Das meinen etwa 70 Prozent von 1.600 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Haufe im Frühling 2020 in einer Wirtschaftsstudie befragt hat. Neben ihrer Wahrnehmung des ersten Lockdowns, schätzten die Befragten auch ihre eigene wirtschaftliche Zukunft und die ihrer Unternehmen ein. Spätestens mit dem ersten Lockdown haben alle erkannt, dass die Herausforderungen in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt größer sind, als beispielsweise nur neue Software einzuführen. Die Digitalisierung ist also der große Game Changer und der Wandel hat gerade erst begonnen.

„Wir entwickeln uns von einer industriellen zu einer digitalen, dienstleistenden Wirtschaft.“

In der Industrie 4.0 übernehmen intelligente und digitalvernetzte Systeme weite Teile der Produktion. Der Mensch interagiert und kommuniziert mit den Maschinen an bestimmten Schnittstellen, wodurch ein Mensch-Maschine-System entsteht. Wer in dieser Industrie seinen Job behalten möchte, muss sich allerdings andere, neue Fähigkeiten und komplexes Wissen über Prozesse und Wirkungszusammenhänge aneignen. Mit neuen Technologien entstehen ständig neue Geschäftsfelder und Arbeitskonzepte, die neuen Bedürfnissen der Kund:innengerecht werden und komplexe Anforderungen an die Kompetenzen, Fertigkeiten undFähigkeiten der Menschen formulieren. Neue Geschäftsmodelle wie On-Demand – Kund:innen können Dienstleistungen oder Waren temporär, „auf Abruf“ nutzen – oder Ecosystems – die langfristige Bindung von Kund:innen an einen Service durch „Einschließen“ in ein System -  prägen diesen Wandel: Wir entwickeln uns von einer industriellen zu einer digitalen, dienstleistenden Wirtschaft.

Von routinierten Handgriffen zum komplexen Wissen

Die Herausforderungen der digitalisierten Arbeitswelt anzunehmen, ist eine existenzielle Frage, die über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen entscheidet. Dabei übersehen wir zu leicht, dass sich auch unser Verständnis von Arbeit und Wirtschaften verändert. Die Regeln und Kategorien der Industriegesellschaft werden vielfach obsolet, in der Wissensökonomie heute gelten neue Paradigmen.  Ob in der Fabrikhalle oder beim Amt: Bis heute gibt es in vielen Berufen feste Abläufe, in denen Beschäftigte mit routinierten Handgriffen wie dem Zusammenbau von Elektrogeräten oder dem Bearbeiten von Anträgen eine Leistung erbringen. In Zukunft erfordern immer mehr Prozesse von Mitarbeiter:innen, dass sie komplexes Wissen und die Fähigkeit haben, Entscheidungen zu treffen.  

„Für Wissen gilt wie für jedes wertvolle Gut: Wir haben nie genug davon.“

Digitale Kommunikationstools, neue Programmiersprachen oder automatisierte, maschinelle Lernverfahren – in einer digitalen, vernetzten Welt ist Wissen das wertvollste Gut. Für Wissen gilt wie für jedes wertvolle Gut: Wir haben nie genug davon. Menschen und Organisationen müssen immer Neues lernen, damit sie dauerhaft auf veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse reagieren können. „Wenn die Welt sich dreht, ist Stehenbleiben keine Möglichkeit, weil Menschen und die Unternehmen, in denen sie arbeiten, sonst den Boden unter den Füßen verlieren“, meint Christian Friedrich, Geschäftsführer bei der Haufe Akademie .

Täglich aufs Neue gefordert

Der Schlüssel zum Erfolg sind die Bereitschaft und die Fähigkeit von Menschen und Organisationen, permanent zu lernen, Bestehendes zu hinterfragen und Neues auszuprobieren. Diese Grundhaltung brauchen nicht nur Führungskräfte, sondern auch die Mitarbeitenden. In einer digitalen Kultur leben Führungskräfte und Mitarbeiter:innen ein offenes und kreatives Miteinander, indem sie sich gegenseitig inspirieren, Wissen austauschen und an neuen Lösungen, Ideen und Innovationen arbeiten. In diesem Prozess können sich auch Hierarchien auflösen, die sich bis jetzt in der Unternehmenspyramide manifestiert haben.

Die digitale Welt ist kooperativ und kokreativ

Die digitale Welt ist kooperativ und kokreativ. Der Energiekonzern E.ON und das Cleantech-Start-up Orcan Energy machen es etwa mit ihrer Partnerschaft vor: Unternehmen müssen ihre Ressourcen bündeln und auf unterschiedliche Weise zusammenarbeiten, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch ihr Verhältnis zu Kund:innen wird sich nachhaltig verändern: Diese werden in Entwicklungsprozesse viel stärker eingebunden und können an Produkten sowie Leistungen aktiv mitwirken. So können Kund:innen des Schweizer Handelskonzerns Migros in einem „Kundenrat“ über das Unternehmen diskutieren und über Produkte abstimmen. In dieser kompetenten Welt in Entwicklung kommt es auf jede:n Einzelne:n an. Kein Mensch kann die anstehenden Aufgaben allein erfassen oder gar gestalten.

ErfolgsgeDANKE

Der Podcast über Erfolg, Karriere und New Work

Zum Podcast

Folgen Sie uns

Hier finden Sie alle unsere Social Media Kanäle.