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Digitalisierung ist eine Kulturfrage

DigitalisierungStory

Neue Software einführen, gewohnte Abläufe vereinfachen, Beschäftigte schulen: Noch heute bedeutet Digitalisierung für viele Unternehmen in erster Linie, analoge Prozesse in die digitale Welt zu übersetzen. In den letzten Jahren wurde jedoch immer deutlicher, dass Digitalisierung weit mehr ist als eine technische Frage. Was müssen Unternehmen tun, wenn sie sich ernsthaft digitalisieren wollen? Die Antwort ist so komplex wie tiefgründig: Sie brauchen eine Kultur der Digitalisierung.

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Ohne Digitalisierung keine Zukunftsfähigkeit von Unternehmen: Schon längst ist diese These zur Gewissheit geworden. Der viel beschworene Wandel bedeutet jedoch mehr als bloß analoge Prozesse ins Digitale zu überführen. Komplizierte und umständliche analoge Prozesse bleiben auch digitalisiert kompliziert und umständlich. Auch das ständige Wiederholen von Parolen wie „Wir müssen digitalisieren!“ führt ohne tiefgreifende und echte Veränderungen nur zu einer scheinbaren Digitalisierung.

Arbeit und Zusammenarbeit ändern sich radikal

In Wahrheit verändert Digitalisierung alles. So zum Beispiel die Art, wie Menschen arbeiten und zusammenarbeiten. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird wohl nicht ausschließlich digital sein, vielmehr wird sich für viele Menschen eine Mischform aus Arbeit im Büro und mobilerArbeit etablieren. Digitale Technologien machen es möglich, dass Menschen unabhängig von Zeit und Ort erfolgreich zusammenarbeiten. Gleichzeitig stellt die sogenannte hybride (Zusammen)Arbeit Teams vor neue Aufgaben – in der teaminternen Kommunikation, dem Konfliktmanagement, der Kooperation über Teamgrenzen hinweg. Unternehmen müssen künftig mehr in die Teamentwicklung investieren. Doch das erfordert ein grundlegendes Umdenken.

„Führungskräfte müssen ihre Haltung hinterfragen und ihr Verständnis von Führung radikal ändern.“

Mit der wachsenden Bedeutung von Teams verändert sich die Art, wie Menschen führen und folgen. Führungskräfte müssen ihre Haltung hinterfragen und ihr Verständnis von Führung weiterentwickeln. Mitarbeiter:innen zuhören, ihre Bedürfnisse verstehen lernen und individuelle Arbeits- und Lernbedingungen schaffen, das alles sind Führungs-Skills, auf die es in Zukunft mehr denn je ankommt.

Eine neue Wissenskultur

Wie sie an Informationen kommen und sich neues Wissen aneignen, auch das ändern die Menschen in der digitalisierten Welt. Wandelbare Aufgabenbereiche und offene Karrierewege prägen die Neugier von Mitarbeiter:innen, die sich selbstständig, flexibel und kontextabhängig informieren und dafür neben interaktiven, hybriden Lernangeboten auch asynchrone Formate wie Youtube-Videos und Podcasts nutzen. Mit dem erworbenen Wissen lernen sie ihren Arbeitsalltag selbstständig zu managen sowie mehr Verantwortung für Aufgaben und Abläufe zu übernehmen.

„Partnerschaften bilden, Erfahrungen austauschen, Kund:innen überall und immer erreichen.“

Nicht zuletzt ändert sich die Art, wie Unternehmen mit Kund:innen und Märkten kommunizieren und interagieren. Nutzer:innen erzwingen mit neuen Bedürfnissen und verändertem Verhalten einen kontinuierlichen Wandel, eine grundlegende Offenheit gegenüber dem Neuen: Partnerschaften bilden, Erfahrungen austauschen, Kund:innen überall und immer erreichen. Auch die Haufe Group begann sich am Ende des 20. Jahrhunderts umzuorientieren und bis heute konsequent zu digitalisieren.

Vom Verlagshaus zum digitalen Unternehmen

Das Freiburger Verlagshaus - 1951 von Rudolf Haufe gegründet - erwirtschaftete bis in die 80er Jahre einen Großteil seines Umsatzes mit informativen Printprodukten wie Loseblattwerken, beispielsweise in den Bereichen Steuern und Personal. Das Unternehmen akquirierte 1993 mit demFreiburger Software Start-Up Lexware einen innovativen Softwareentwickler, verkaufte 1994 sämtliche eigenen Druckmaschinen und begann die Loseblattwerke zu den heute cloud-basierten Produkten weiterzuentwickeln. Das alles war begleitet von einem kontinuierlichen Wandel der Strukturen im Unternehmen und begleitend mit einer Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.

„Wer digitalisiert, verändert die Organisation, denn Digitalisierung ist eine kulturelle und keine technische Frage.“

In einer digitalen Produktwelt gibt es nur noch Versionen, keine abschließend fertigen Produkte, die Arbeit an Datenbanken und anderen Online-Angeboten ist iterativ. Dasselbe gilt für die Software. Agile Methoden hielten Einzug und Teams wurden zunehmend interdisziplinär. Redaktion, Softwareentwickler:innen, Marketeers und Produktentwickler:innen arbeiten eng zusammen, oft in gemeinsamen Teams. Abteilungsgrenzen wurden geschleift. Und der Wandel geht weiter, die Entwicklung ist per Definition nie zu Ende, denn wenn Kundenbedürfnisse und Marktanforderungen sich ändern, muss die Organisation sich anpassen. Wer digitalisiert, verändert die Organisation, denn Digitalisierung ist eine kulturelle und keine technische Frage.

Living in permanent Beta

Haben Unternehmen “Digitalisierung”in der Vergangenheit oft als bloßes Mittel zum Zweck gesehen, verstehen sie heute, dass Digitalisierung ein komplexer Prozess ist, der kein endgültiges Ziel kennt, sondern nur Zustände: Living in permanent beta. Unfertig zu sein und sich an Neuem zu probieren, ist eine permanente Herausforderung für Unternehmen und Mitarbeiter:innen, auch weil oft erst in der Rückschau deutlich wird, welche Schritte erfolgreich waren.

Mut und die Bereitschaft, beim Experimentieren auch Fehler zu machen, sind die Grundlage einer digitalen Unternehmenskultur. Unternehmen und die Menschen, die sie bilden, müssen lernbereit sein und das tägliche Lernen fördern. Zusammenarbeit, Offenheit und Flexibilität sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Digitalisierung. Und damit zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

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